Diphenhydramin (DPH / DHM) – Delirantium & Antihistaminikum, Legal High (Substanzinfo)

Diphenhydramin (DPH) ist ein Arzneimittel & Antihistaminikum (der 1. Generation), das in hohen Diphenhydramin / DPHDosierungen eine delirante Wirkung hat, ähnlich wie Nachtschattengewächse (Engelstrompete, Schwarzes Bilsenkraut etc.).
Wegen diesen deliranten Effekten wird es als legale Droge (“Legal High”) vor allem von Menschen konsumiert, die nicht an bessere, illegale Drogen rankommen.

In diesem Artikel geht es hauptsächlich um die psychoaktive, delirante Wirkung dieses Arznemittels.

Die Rauschwirkung ist sehr gefährlich und unangenehm, nur sehr wenige Menschen empfinden sie als positiv.
Auch als Medikament ist DPH eher umstritten, als Schlafmittel ist es für viele nicht sehr wirksam und es hilft auch nicht immer gegen Reiseübelkeit, dies sind die häufigsten Einsatzgebiete.

Diese Substanz ist ein Delirantium, das bedeutet, in genug hohen Dosierungen hat es eine halluzinogene, dem Delirium ähnliche Wirkung.
Delirantia sind sehr gefährlich und können zu Blackouts, starker Verwirrung bis hin zu Realitätsverlust und absolutem Kontrollverlust führen. Außerdem kann schon etwas zu viel der Substanz zum Tod oder zu Krampfanfällen / einem lange anhaltenden, unangenehm Zustand auslösen.

Der Konsum hoher Dosierungen DPH ist sehr gefährlich und nicht spaßig! Wir raten dringend davon ab, solche Dosen dieser Substanz einzunehmen!

Andere Namen: Diphenhydramin, Diphenhydramine (engl.), DPH, DHM

IUPAC: 2-Benzhydryloxy-N,N-dimethyl-ethylamin, 2-Benzhydryloxy-N,N-dimethyl-ethylamine (engl.)

Summenformel: C17H21NO

Molekulare Masse: 255,36 g/mol

Schmelzpunkt: 168-172°C (HCl), Siedepunkt: 150-165°C

Monopräparate: Benadryl, Benocten, Betadorm, Calmaben, Dibondrin, Dolestan, Dormutil, Emesan, Halbmond, Hevert-Dorm, Moradorm, Nardyl, Nervo OPT; Noctor, Sediat, Sedopretten, Vivinox Sleep

 

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Kaufen kann man sich diese Substanz in der Apotheke, oder auch in Online-Apotheken, bspw. hier.

 

(Rausch-) Wirkung von DPH

Die hier angegebenen Wirkungen und Nebenwirkungen sind alle sehr subjektiv und werden von jeder Person unterschiedlich wahrgenommen.
Sie müssen nicht alle immer auftreten und es kann noch weitere, unerwähnte Wirkungen geben. (Dann würden wir uns über ein Kommentar hierzu freuen!)
Diese Listen sollen nicht als Garantie, sondern als Orientierungshilfe dienen.

Hier wird von der Wirkung in deliranter Dosis gesprochen, nicht in der therapeutischen Dosierung, bei der diese Effekte nicht auftreten sollten.

  • Halluzinationen – Im Gegensatz zu Psychedelika lösen Delirantia echte Halluzinationen und keine Pseudohalluzinationen aus. Der Unterschied ist, dass echte Halluzinationen nicht von der Realität unterscheidbar sind und sich der Berauschte nicht bewusst ist, dass es sich um eine von einer Droge ausgelöste visuelle Veränderung handelt.
    Es kann so wohl akustische, taktile, kulinarische, olfaktorische, als auch visuelle Halluzinationen geben.
    Häufig sehen Menschen auf Delirantia Insekten, andere Menschen (die auch sprechen) oder morphen von Gegenständen.
  • Anticholinerg – Senkt die Wirkung von Acetylcholin im Nervensystem. Dadurch kommt es zu einer entspannenden Wirkung auf die glatte Muskulatur.
  • Sedation – Ist sehr unterschiedlich stak ausgeprägt, manche werden sehr müde, andere wiederum verspüren kaum eine sedierende Wirkung. In hohen Dosierungen kann DPH innere Unruhe und Rastlosigkeit auslösen.
  • Benommenheit

Die Rauschwirkung von Diphenhydramin wird von den meisten Menschen als sehr unangenehm empfunden, sie ist fast immer mit Dysphorie (schlechter, seltsamer Laune) verbunden und fühlt sich einfach nicht angenehm an.
Der Rausch ist sehr schlecht kontrollierbar, ohne Tripsitter kann er wegen der Blackouts und Halluzinationen lebensgefährlich sein.

Insgesamt lohnt sich der Rauschkonsum auf keinen Fall, er ist mit viele Risiken verbunden und in den meisten Fällen nicht positiv.
Diphenhydramin wird häufig von Drogenanfängern missbraucht, die nicht an illegale Drogen kommen und schlicht ein generelles Interesse an Rauschzuständen haben. DPH ist jedoch keinesfalls eine gute Anfängerdroge!

Die Effekt sind sehr vergleichbar mit denen von psychoaktiven Nachtschattengewächsen (wie Bilsenkraut, Tollkirsche und Stechapfel), bzw. deren Inhaltsstoffe Hyoscyamin und Scopolamin.
Die deliranten Effekte treten (je nach individueller Empfindlichkeit) erst bei Dosierungen von etwa 150-300mg ein.
Darunter kommt es zu einem leicht sedierenden Effekt, auch hier kann schon Dysphorie spürbar sein. Wie stark diese Sedierung gespürt wird, ist jedoch sehr unterschiedlich.
Manche merken kaum eine schlaffördernde Wirkung, manche schlafen sehr schnell ein, wenn sie sich hinlegen.
Die Sedation ist (ebenso wie der deirante Effekt) nicht sehr angenehm (deutlich weniger als bei bspw. Benzodiazepinen wie Diazepam).

Außerdem wird Diphenhydramin manchmal missbräuchlich als Opioid Booster bzw. zur Verringerung des Juckreiz & der Übelkeit bei Opioidkonsum.
DPH verstärkt die opioiden Effekte (bei Dosierungen von 25-75mg DPH), weshalb das Opioid im Mischkonsum niedriger dosiert werden sollte.

 

Medizinische Wirkung von Diphenhydramin

  • Hemmung der Histamin-Ausschüttung (Antihistaminikum) – Hierdurch kann Juckreiz, Übelkeit, Brechreiz und Symptome von Allergien gelindert werden.
  • Schlaffördernd / sedierend – Deswegen verwendet man es als Schlafmittel. Die schlaffördernde Wirkung tritt in den normalen therapeutischen Dosierungen jedoch nicht bei jedem zufriedenstellend auf.
  • Gegen Parkinson
  • Anticholinerg
  • Lokalanästhetisch (lokal betäubend)
  • Stimmungsaufhellend / leicht antidepressiv
  • Schmerzstillend, verstärkt Opioide
  • Gegen Sonnenbrand & Insektenstiche

 

DPH Nebenwirkungen und Risiken

Es handelt sich hier um eine kaum erforschte Substanz!
Über den menschlichen Konsum zu Rauschzwecken ist kaum etwas bekannt.
Es kann unvorhersehbare Langzeitschäden und Nebenwirkungen geben, weshalb vom Konsum strikt abzuraten ist.

  • Blackouts / Amnesie – Bei hohen Dosierungen treten häufig sehr lange Erinnerungslücken auf. Während diesen kann der Berauschte für sich oder andere gefährliche Handlungen durchführen, weswegen unbedingt eine Aufsichtsperson dabei sein muss!
  • Verwirrung, Benommenheit, Sprachstörungen – Der Berauschte kann mitunter so verwirrt sein, dass er nicht mehr sinnvoll ansprechbar ist.
  • Realitätsverlust – Bei hohen Dosierungen kommt es häufig zum totalen Realitätsverlust, dieser ist extrem gefährlich da der Konsument keine Kontrolle über seine Handlungen hat.
    Es kann zu lebensgefährlichen Unfällen, sozial peinlichen Situationen oder der Ausnutzung dieses hilflosen Zustandes durch andere Menschen kommen (Diebstahl, Vergewaltigung…).
  • Dysphorie – Schlechte Laune
  • Mundtrockenheit
  • Lichtüberempfindlichkeit
  • Müdigkeit / Abschlaffung – Dies tritt so wohl in den therapeutischen Dosierungen als auch in den berauschenden Dosierungen ein. Bei einigen Menschen deutlich stärker als bei anderen.
    Aus diesem Grund wird Diphenhydramin auch als rezeptfreies Schlafmittel eingesetzt.
  • Beschwerden beim Urinieren – Durch die Abschlaffung der Muskeln wird das Wasserlassen schwieriger.
  • Verlängerung des QT-Intervalls – Menschen mit Long-QT-Syndrom dürfen DPH deswegen auf keinen Fall einnehmen, da sie sonst in Lebensgefahr geraten!

DPH in Rauschdosierungen einzunehmen ist sehr riskant, wenn auch etwas weniger gefährlich als Nachtschattengewächse wie Engelstrompete, Stechapfel & Schwarzes Bilsenkraut, da es bei den NSGs starke Wirkstoffschwankungen gibt und es leicht zu einer tödlichen Überdosis kommen kann.
Die Halluzinationen während dem deliranten Rausch und der Realitätsverlust, die Blackouts können zu gefährlichen, unkontrollierten Handlungen des Berauschten führen.
Es muss also zwingend ein Tripsitter dabei sein, wenn mit dieser Substanz experimentiert wird!

Die allermeisten Menschen die schon hohe Diphenhydramin Dosierungen eingenommen haben, empfinden die Wirkung als sehr negativ und bereuen die Einnahme.
Während des Rauschs kommt es meist zu schlechter Laune (Dysphorie), einem sehr unangenehmen sedierten, erschlafftem Gefühl und zu peinlichem Verhalten.
Selten kommt es bei hohen Dosierungen außerdem zu Krampfanfällen, Epileptiker dürfen deswegen auf keinen Fall hohe Dosen einnehmen!

Nach dem die Hauptwirkung abgeklungen ist, bleibt bei höheren Dosierungen ein sehr unangenehmes Gefühl, dass mehrere Stunden bis wenige Tage anhalten kann.

 

DPH Letale Dosis / Toxik

Es gibt einige Tierversuche zur LD50 (Letalen Dosis) von Diphenhydramin. Diese sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar!

Ratten: Base: LD50 oral: 390mg/kg, LD50 i.v.: 42mg/kg, HCl: LD50 oral: 500mg/kg, LD50 i.v.: 20mg/kg

Maus: Base: LD50 oral: 160mg/kg, LD50 i.v.: 29mg/kg, HCl: LD50 oral: 64mg/kg, LD50 i.v.: 35mg/kg

Hund: HCl: LD50 i.v.: 24mg/kg

Hinweis: Wir sind gegen Tierversuche! Die Begründung & die alternativen zur Tierquälerei findet ihr beim Youtube Kanal des Vereins “Ärzte gegen Tierversuche”!

 

Konsumformen / Applikationswege

Am häufigsten wird Diphenhydramin oral (in Form von Tabletten) eingenommen, seltener auch rektal (in Form von Zäpfchen.
Der rektale Konsum ist sinnvoll, wenn durch ständiges Erbrechen keine Tablette im Magen behalten werden kann.

 

DPH Dosis / Dosierung

Medizinisch werden oral üblicherweise Mengen von 50-100mg eingenommen, rektal (in Form von Zäpfchen gegen Übelkeit) beträgt die Dosis oft 150mg.

Diese Dosisangaben sind nur eine ungefähre Orientierungshilfe, die aus Konsumentenberichten abgeleitet wurden.
Es muss mit einem Allergietest und einer sehr niedrigen Dosis begonnen werden!
Mehr Safer Use Regeln findet ihr hier.

DPH Rauschdosis

Die hier genannten Dosierungen beziehen sich auf die Menge, die üblicherweise für einen deliranten, Nachtschatten-ähnlichen Effekt eingenommen werden.

Oral:

  • Erste Effekte ab: 50-100mg
  • Leichte Wirkung: 50-200mg
  • Normal: 200-500mg
  • Starke Wirkung: 400-800mg
  • Sehr starke Wirkung: 800mg+

 

DPH Wirkzeit

Oral:

  • Wirkungseintritt nach: 30-60 Minuten
  • Hauptwirkung: 2-7 Stunden
  • Afterglow: 4-24 Stunden

 

Rechtsstatus von Diphenhydramin

In Deutschland unterliegt DPH dem Arzneimittelgesetz und ist apothekenpflichtig, nicht jedoch verschreibungspflichtig.
Ähnlich wird es in Österreich und der Schweiz gehandhabt.

 

Toleranzentwicklung

Nach einigen Tagen oder Wochen täglichem Konsum oder bei nur kurzen Pausen zwischen jeder Einnahme baut sich mit der Zeit eine Toleranz auf.
Nach 1-2 Wochen sollte diese Toleranz wieder auf Null reduziert sind. Einmaliger Konsum von hohen Dosierungen Diphenhydramin lässt die Toleranz auch steigen.

 

Pharmakologie

Diphenhydramin wirkt auf den H1 Rezeptor als inverser Agonist und als Antagonist, auf den Muskarin-Rezeptor (Muskarinischer Acetylcholinrezeptor M1, M2, M3, M4 & M5) als Antagonist, es blockt die Natriumkanäle (Na-Kanäle), wirkt als nichtselektiver Wiederaufnahmehemmer am Serotonintransporter und an den µ-, δ-, κ-Opioidrezeptoren.

Die Histmain-Ausschüttung wird durch den Wirkstoff verringert.

 

Löslichkeit

Die Löslichkeit von DPH in Wasser ist recht gut, sie beträgt etwa 3mg/ml.

 

Mischkonsum und gefährliche Kombinationen

Mischkonsum ist grundsätzlich eine drastische Erhöhung der Gefahr.
Über jede einzelne Kombination muss sich vorher genauestens informiert und Erfahrungsberichte gesucht werden, da es immer gefährliche Wechselwirkungen geben kann.

  • Opioide: Wegen der Wirkung von Diphenhydramin auf die Opioidrezeptoren verstärkt es die Opioid Wirkung deutlich. Es kann auch schneller zu gefährlichen Opioid-Überdosierungen kommen, wenn das Opioid zusammen mit DPH kombiniert wird!
    Die sedierende Komponente wird ebenso verstärkt, außerdem kann DPH den Juckreiz und die Übelkeit mindern, dies muss jedoch nicht immer funktionieren.
    Das DPH muss niedrig dosiert werden (25-50mg), auch das Opioid (wie Morphin, Heroin, Codein, O-Desmethyltramadol etc.) sollte in einer geringeren Dosis eingenommen werden als wenn man es im Monokonsum konsumieren würde.
  • Andere Downer (Alkohol, Benzodiazepine, GBL): Die Wirkung von DPH und einer anderen zentraldämpfenden Substanz verstärken sich gegenseitig, wodurch schneller eine lebensgefährliche Intoxikation bzw. ein unangenehmer Rausch vorkommen kann.
    Sollte nicht bzw. höchstens in sehr geringen Dosierungen kombiniert werden!
  • MAO-Hemmer: MAOI verlangsamen die Verstoffwechslung, dies kann zu einer längeren Wirkung & Überdosierung führen. Potentiell gefährliche Kombination!
  • Dextromethorphan (DXM): Potentiell gefährliche Kombination, die dennoch häufiger angewendet wird. Die Wirkung der beiden Substanzen wird gegenseitig verstärkt, sie müssen deutlich niedriger dosiert werden (weniger als die Hälfte als man im Monokonsum nehmen würde)!
    Kann zu Krampfanfällen, Realitätsverlust, einem unangenehmen “Badtrip” und Blackouts führen.
    Die halluzinogene Wirkung des DXM wird durch das DPH deutlich verstärkt. Es wird dann ein recht eigener Rausch, den einige wenige Menschen als positiv empfinden, viele jedoch als unangenehm (ebenso wie der DPH Rausch).
    Wird das DPH sehr gering dosiert (25-50mg), kann es therapeutisch gegen die Übelkeit & den Juckreiz bei einer Rauschdosis DXM wirken. Die Wirkung wird dennoch bereits leicht verstärkt, eventuell sollte das Dextromethorphan also niedriger dosiert werden als sonst, selbst wenn das DPH in diesem niedrigen Bereich bleibt.
  • Upper & Empathogene (MDMA, Speed, Methamphetamin, 2-FA etc.): Lebensgefährliche Kombination! Hat man eine serotonerge Substanz eingenommen (wie jedes Empathogen und die meisten Upper es welche sind), darf man auf keinen Fall zusätzlich Diphenhydramin nehmen.
    Es kann zu einem Serotoninsyndrom kommen, außerdem seltener zu Krampfanfällen.
    Auch die Wirkung harmoniert nicht gut miteinander, als Schlafmittel ist DPH zu schwach, um gegen Schlaflosigkeit von Uppern wirken zu können.
    Selbst in therapeutischen Dosierungen sollte man kein Diphenhydramin einnehmen.

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